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 Europäisch-amerikanische Eiszeit
Europäisch-amerikanische Eiszeit

Die Spalter in Washington


"José María, Gott segne dich und Spanien, George W." - im Weißen Haus in Washington war man im Vorfeld des Irak-Krieges entzückt über die spanische Initiative, die US-Politik gegen die Interessen Deutschlands und Frankreichs zu unterstützen. Nun zeigt sich, dass die Bush-Regierung wesentlich stärker in die Isolationspolitik verwickelt war als bisher angenommen.
Hamburg - Die diplomatischen Bemühungen der Amerikaner, eine breite Unterstützung für einen Krieg gegen den Irak zu finden, liefen Ende Januar auf Hochtouren. Als sich abzeichnete, dass Frankreich und Deutschland für einen Angriff nicht gewinnen zu waren, überraschten acht europäische Staaten die Welt mit einem in mehreren Zeitungen veröffentlichten Brief, in dem sie die Politik von US-Präsident George W. Bush unterstützten. Verfasst worden war der Brief vom spanischen Premier José María Aznar. Der britische Premier Tony Blair hatte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi dafür gewonnen.
Die "Financial Times" berichtet nun, was bereits damals vermutet worden war: Dass die Regierung in Washington in die Veröffentlichung des Briefes eingeweiht war und die Aktion von vornherein gut hieß. Die Zeitung will darüber hinaus Informationen haben, dass eine auf den "Brief der Acht" folgende Stellungnahme von zehn ost- und mitteleuropäischer Staaten ("Vilnius 10") in engster Abstimmung mit dem Weißen Haus verfasst wurde.
Staaten, die eine Annäherung an Europa suchen und in die Nato wollen, sprachen sich darin für eine Unterstützung der US-Politik aus. Laut "Financial Times" wurde das Statement von Bruce Jackson geschrieben, einem früheren Pentagon-Agenten und ehemaligen Wall-Street-Banker. Jackson hat Verbindungen ins Weiße Haus und hält für die amerikanische Regierung Verbindungen in die Länder des ehemaligen Sowjet-Imperiums. Leute wie Vizepräsident Dick Cheney, der stellvertretende Verteidigungsminister Paul Wolfowitz oder der Berater Richard Perle nennen Jackson nur "Bruce".
Bei der Wehrkundetagung in München Anfang Februar gab Jackson seine Autorschaft zu. Zur Begründung seiner Verfasserschaft sagte er: "Wenn Deutschland und Frankreich meinen, sie könnten Europa führen und ihre Allianzen schmieden, dann können wir das auch."
Beide Briefe sorgten in Europa für starke politische Spannungen. Der erste zeigte, dass die Europäer gegenüber den Amerikanern nicht mit einer Stimme sprachen, der zweite gab US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Gelegenheit, zwischen dem "alten" und dem "neuen" Europa zu unterscheiden, Deutschland und Frankreich auf der einen Seite und diejenigen Staaten auf der anderen, die aus dem Warschauer Pakt hervorgingen und ins westliche Verteidigungsbündnis drängten.
In Washington reagierte man auf den ersten Brief mit Überraschung, begrüßte die veröffentlichte Unterstützung der "Acht" freilich. Die Bush-Regierung bestand jedoch darauf, ihre Hände dabei nicht im Spiel gehabt zu haben. Laut "Financial Times" jedoch war die Überraschung weitgehend gespielt, denn das Weiße Haus sei über die Aktion informiert gewesen. Dan Bartlett vom US-Öffentlichkeitsbüro und Dan Fried vom NSC waren angeblich eingeweiht. Tony Blairs Pressechef Alastair Campbell sandte sogar eine Kopie der Stellungnahme ins Weiße Haus - einen Tag vor deren Veröffentlichung. Am Tag der Veröffentlichung ließ Bush dem Spanier Aznar eine Note zukommen: "José María, Gott segne Dich und Spanien, George W."
SPIEGEL ONLINE - 28. Mai 2003, 15:46
Veröffentlicht auf www.paris-berlin-moscou.org mit der Genehmigung der Spiegel net AG (Julia Eltner)


17, juillet 2006
 
Parution

Nous vous informons de la parution du dernier ouvrage de Daniel Ventre intitulé "La guerre de l'information", publié aux éditions Hermès Lavoisier. Au sommaire: l'historique du concept, son expression dans les doctrines militaires, sa mise en oeuvre et ses implications stratégiques, politiques, juridiques, aux Etats-Unis, en Chine, au Japon, en Inde, en Russie, à Singapour. Cet ouvrage traite de défense et sécurité nationale et internationale, de stratégie, géopolitique, économie, crises et conflits dans le cyberspace, révolution dans les affaires militaires...
Daniel Ventre est ingénieur au CNRS et chargé de cours à l'Ecole nationale supérieure des télécommunications de Paris. Il est auteur de nombreux rapports et articles sur la guerre de l'information, le droit des technologies de l'information, les politiques d'innovation ainsi que d'un ouvrage sur le droit de l'internet.

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